Birgit Hedemann
Birgit Hedemann

Schinkenwurz

Foto: privat

 

Ich wette mit dir, dass du keinen Erwachsenen findest, der den Schinkenwurz kennt! Dabei wächst die Pflanze in fast jedem Garten. Nur eben nicht auf dem Gemüsebeet, sondern in der Blumenrabatte.

 

Heute nennt man die Pflanze Nachtkerze und man kennt sie nur noch als Blume. Zur Zeit von Goethe war das anders. Da hat man sie als Gemüse in den Gärten angebaut.

 

Die Wurzeln konnte man ab Herbst ernten. Wenn im Frühjahr der Blütenstängel sichtbar wurde, war die Erntezeit vorbei.

Foto: privat

 

Die Nachtkerze heißt so, weil sich jeden Abend, wenn die Sonne untergeht, die großen gelben Blüten öffnen, die herrlich duften.

 

Blühende Blüten im Dunkeln? Was soll das denn? Die Blüten bieten allen Nachtfaltern Nahrung und sind deshalb ganz wichtig.

Es ist übrigens total spannend, sich das Öffnen der Blüten anzusehen. Hier findet ihr einen kurzen Film darüber. Ihr braucht dafür ein klein wenig Geduld, aber dafür ist der Film in Echtzeit aufgenommen worden. Das heißt, genau so schnell, wie sich hier die Blüte öffnet, passiert das auch in Wirklichkeit: Eine Blüte öffnet sich.

Wenn ihr die Nachtkerze in eurem Garten habt, dann könnt ihr folgendes Spiel abends spielen: Wer errät, welche Blüte sich als Nächste öffnet?

Foto: privat

 

Und warum hieß die Blume nun zu Goethes Zeit Schinkenwurz?

Wenn man die weiße Wurzel kocht, dann verfärbt sie sich rosa wie Schinken.

 

Man hat diese Pflanze aber auch Rapontica oder Eierblume genannt.

Foto: privat

Die Nachtkerze ist übrigens eine zweijährige Pflanze. Sät man die Samen im Frühjahr aus, dann kommen im ersten Jahr nur die Blätter zum Vorschein. Erst im zweiten Jahr blüht die Nachtkerze dann.

 

Rechts auf dem Bild könnt ihr die Samenkapseln sehen. Wenn die Samen reif sind, dann platzen sie auf und die winzigen braunen Kügelchen werden sichtbar.

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